Start der IT-Ringvorlesgung 2016

Freitag, 22. April 2016, 13:00 Uhr
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Über die Teilnehmer

Das sonnige Wetter ließ schon vorausahnen, dass unsere IT Ringvorlesung 2016 in diesem Sommersemester einen mehr als gelungenen Start hinlegen wird. Allerdings gab es für uns, die Organisatoren, erst einen triftigen Grund zu jubeln, als die Einführungsveranstaltung zur diesjährigen IT Ringvorlesung beendet wurde und die Projektgruppen mit ihren Themen und Terminen feststanden. Die Verheißungen wurden allesamt erfüllt, denn die gestrige Einführungsveranstaltung ist unseren Erwartungen mehr als gerecht geworden. Insgesamt haben sich 15 Interessenten aus dem Fachbereich Informatik für die IT-Ringvorlesung entschieden. Damit nicht genug. Unter anderem bewiesen auch zwei angehende Master-Informatikerinnen, dass die IT Ringvorlesung keine reine Männerdomäne ist.

Universität Leipzig

Universität Leipzig

Unsere Praxispartner stellten ihre Unternehmen und vorallem die Projektthemen und deren Rahmenbedingungen den Studenten vor. Nach der Gruppeneinteilung wurden sogleich Kontakte ausgetauscht und gemeinsam zukünftige Termine festgelegt. Dabei mussten bedauerlicherweise auch Studenten abspringen, die gezwungenermaßen einsahen, dass sie für keines der drei vorgeschlagenen Projekte unserer Praxispartner in diesem Sommersemester die nötige Zeit aufbringen könnten.

Die übrigen Studenten wurden von den Organisatoren der Ringvorlesung auf die Projektvorschläge unserer Praxispartner aufgeteilt, was sie erstmals vor eine kleine Herausforderung stellte. Trotzdem waren Kathleen Schwerdt Community Managerin ITmitte.de und Prof. Martin Bogdan Lehrstuhlinhaber der Abteilung für Technische Informatik mit den Teilnehmerzahlen mehr als zufrieden.

Von Projekten und Praxispartnern

Drei Unternehmen der Community ITmitte.de beteiligen sich mit drei äußerst unterschiedlichen Themenvorschlägen als Praxispartner bei der IT Ringvorlesung. Dabei handelt es sich um wahre Veteranen der Praxispartnerschaft. Alle drei Unternehmen sind so sehr vom Konzept und der Umsetzung der Ringvorlesung überzeugt, dass sie zum wiederholten Male ihr Interesse an einer Betreuung anwendungsorientierter Projekte mit der Universität Leipzig bekundeten. Dieses Interesse überrascht nicht. Unsere Praxispartner sehen in der IT-Ringvorlesung neben der Vermittlung von praktisch relevanter Erfahrungen, die an den Universitäten häufig zu kurz kommt, auch einen geeigneten Recruitingkanal für das eigene Unternehmen. So gelang es unter anderem der ORSOFT einen Master-Absolventen der Informatik während der Teilnahme an vorherigen IT-Ringvorlesung für sich zu gewinnen.

ORSOFT Jänicke GmbH

Da überrascht es nicht, dass die ORSOFT Jänicke GmbH auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie ist. Die ORSOFT GmbH ist als Systemhaus spezialisiert auf Advanced Planning and Scheduling und Supply Chain Management Lösungen für ERP Systeme, die in verschiedenen kundenspezifischen Anpassungen im Einsatz sind. Drei Studenten haben sich zu einem Projektteam formiert und packen in diesem Sommersemester die Herausforderung der ORSOFT an. Unter der Vertretung von Hartmut Leister stellte die ORSOFT ihr Projektthema vor unter dem Titel:

"Abbildung der Versionsverwaltung für unabhängige Softwarekomponenten"

Was stellt sich die ORSOFT unter ihrem Projektvorschlag vor? Es geht darum die verschiedenen Komponenten unter Revisionskontrolle beständig weiterzuentwickeln und in unterschiedlichen Release- und Revisionsständen miteinander zu verknüpfen. Die daraus resultierenden Abhängigkeiten stellen eine der Herausforderungen in der Entwicklung dar. Hauptziel des Projektes soll es sein, die Anforderungen einer solchen Softwareentwicklung mit einer performanten und stabilen Versionsverwaltung abzubilden. Beispielhaft soll bei eine der eingesetzten Komponenten die typischen Arbeitsabläufe der Softwareentwicklung erfasst und in einem Versionierungsmodell fixieren werden. Anhand der dabei erfassten Prozesse sollen zwei Revisionskontrollsysteme (Subversion sowie Git) bezüglich ihrer Eignung und Stützung für diese Abläufe vergleichend bewertet werden. Dazu ist – als Kernaspekt des Projektes – für das ermittelte Versionierungsmodell ein lauffähiges Repository mittels Git aufzusetzen.

GISA GmbH

Als weiterer Praxispartner stellt sich die GISA GmbH vor. Martin Knoth präsentierte hier die Bedeutung von SAP Common Layer Technologie: Auf Grund der Liberalisierung des Energiemarktes in Deutschland werden in der Energieversorgung die ehemaligen Monopole in verschiedene Marktteilnehmer aufgespalten und es etablierten sich zusätzlich neue Marktteilnehmer. Diese verschiedenen Marktteilnehmer wie Netzbetreiber, Energielieferant oder Messdienstleister müssen diverse Daten miteinander austauschen. Beispielsweise muss im Falle eines Stromlieferantenwechsels der alte Lieferant den neuen Lieferanten informieren, ob eine Kündigung des bestehenden Vertrags möglich ist. Mit einer SAP-Lösung soll hier ein vereinheitlichter Datenaustausch ermöglicht werden. Abermals fanden sich drei Studenten, die sich für Probleme und IT-Lösungen innerhalb des Energiemarktes zu interessieren scheinen und das Projektthema der GISA GmbH angehen:

"Umsetzung eines Marktkommunikationsprozesses mit Hilfe der SAP IS-U Common Layer Technologie"

Das Projektteam hat es sich zur Aufgabe gemacht einen Marktkommunikations-Demoprozess mit Hilfe der Common Layer Technologie in einem SAP IS-U System umzusetzen. Die Studenten werden sich selbstständig Grundwissen über Datenaustauschprozesse im Energieversorgungsumfeld aneignen. In einem zweiten Schritt werden sie sich mit der SAP Common Layer Technologie vertraut machen, sowie einen Überblick gewinnen, wie ausgewählte SAP Standard Datenaustauschprozesse im Common Layer abgebildet werden. Der Demoprozess wird anschließend von der GISA vorgegeben.

Die eigentliche Aufgabe besteht darin ein Minikonzept für den Demoprozesses zu erstellen. Die Realisierung erfolgt hierbei in folgenden Schwerpunkten:

  • Konfiguration der Common Layer Prozessengine
  • Konfiguration und Umsetzung von Eingangsprüfungen
  • Konfiguration und Umsetzung des Nachrichtenversands in der CL Prozessengine
  • Realisierung einer einfachen Fehleraussteuerung über BPEM

Der Demoprozess soll am Ende getestet und in einer Dokumentation das Konzept, die gewonnen Erkenntnisse und Ergebnisse zusammengefasst werden.

mgm technology partners GmbH

Als dritter Praxispartner tritt die mgm technology partners GmbH an. Ihr Projektthema schien für die Masterstudenten besonders interessant zu sein. Sechs Teilnehmer haben sich für ihr Projekt zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Die Projektthemen sind in der Regel auf eine Anzahl von drei bis fünf Mitglieder ausgelegt. Allerdings lässt die Größe und Organisation der IT Ringvorlesung viel Spielraum für flexible Lösungen, sodass augenscheinlich größere Projektteams sinnvoll betreut werden können. Doch womit wartete die mgm GmbH auf, das solch ein großes Projektteam benötigt? Das Thema, das unter Vertretung von Matthias Kricke und Martin Grimmer betreut wird, lautet:

"Skalierbare Verfahren zur Streamdatenverarbeitung"

Die mgm technology partners GmbH möchtet ein neues BigData Produkt zur Analyse von Twitter Nachrichten schaffen. Es soll Städten und Kommunen die Möglichkeit geben innerhalb ihres Einzugsgebietes leichter Geschehnisse und Trends zu analysieren. Ziel ist die visuelle Aufbereitung von Twitter Nachrichten und ihren Hashtags. Für genauere Analysen sollen die eingehenden Tweets abgespeichert werden. Interessant ist z. B. welche anderen Hashtags mit häufig genannten Hashtags auftreten. Die Ergebnisse dieser Analyse sollen auf einer anderen Webseite aufbereitet werden. Zusätzlich sollen die Erkenntnisse aus dem Projekt in einem Techblogbeitrag aufbereitet werden.

Dabei hat sich die Projektgruppe mit allerhand technologischem Knowhow zu rüsten. Die mgm GmbH setzt zur Realisierung ihres heeren BigData-Projekts auf Kenntnisse in folgenden Punkten, die von den Studenten erworben werden müssen.

  • Java, Git, Gradle
  • Apache Hadoop – Framework für skalierbare, verteilt arbeitende Software
  • Apache Flink – Streaming basierte Datenverarbeitung
  • Apache Accumulo – Verteilte Datenbank
  • Spring Boot / D3JS / Angular JS / Leaflet

Die Gesichter unserer Praxispartner

Die Köpfe der IT Ringvorlesung: Matthias Kricke (mgm); Martin Knoth (Gisa); Prof. Martin Bogdan; Hartmut Leister (ORsoft); Martin Grimmer (mgm)

Die Köpfe der IT Ringvorlesung: Matthias Kricke (mgm); Martin Knoth (Gisa); Prof. Martin Bogdan; Hartmut Leister (ORsoft); Martin Grimmer (mgm)

Wir vom Empfehlungsbund wünschen unseren Partnern und den teilnehmenden Masterstudenten viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Projekte. Wir werden auch weiterhin alle, die sich für die IT Ringvorlesung interessieren, über die Ergebnisse auf dem Laufenden halten. Es bleibt spannend, wie weit diese äußerst anspruchsvollen Projektthemen realisiert werden können und inwiefern sie den Erwartungen der Praxispartner entsprechen. Bisher gab es sowohl von den teilnehmenden Vertretern als auch von den Masterstudenten nur Gutes über die IT Ringvorlesung zu verlauten. Wir denken, dass dies auch in diesem Jahr wieder so sein wird und sich damit die IT Ringvorlesung in den kommenden Jahren als praxisnahe Alternative im Informatiklehrplan der Universität Leipzig bewährt.