eGovernment: Vorreiter Nordrhein-Westfalen

Mittwoch, 04. Mai 2022, 08:06 Uhr

Michael Steusloff-Beyer, Head of open Standard Government Portals | T-Systems MMS


Nordrhein-Westfalen gilt als Vorreiter, wenn es um die Digitalisierung der Verwaltung geht. T-Systems MMS unterstützt den Modernisierungsprozess und entwickelt gemeinsam mit dem Land die Plattform D-NRW weiter, mit deren Hilfe die Digitalisierung zwischen Ressorts und Kommunen koordiniert wird.

Mit dem Onlinezugangsgesetz (OZG) zum Fortschritt

Das OZG des Bundes verpflichtet die öffentliche Verwaltung zur Digitalisierung aller Leistungen bis zu diesem Jahr. Ziel ist die bundesweite Umsetzung eines Einer-für-alle-Ansatzes, der nach einmaliger Entwicklung die flächendeckende Nutzung von Online-Verwaltungsdiensten verspricht. Hier ist die Zusammenführung und der Ausbau digitaler Angebote auf Länderebene ein wichtiger Schritt. Mit dem Gesetz wurde endlich verbindlich anerkannt, dass digitalisierte Prozesse wesentliche Voraussetzung für eine moderne, effiziente und bürgernahe Verwaltung sind.

Das Land NRW stellt nach den Vorgaben des OZG bereits seit einiger Zeit die Verwaltungen von Städten und Kommunen auf das digitale E-Government um und gilt mittlerweile als Vorreiter im Bereich digitale Verwaltung in Deutschland. Dabei ist T-Systems MMS an mehreren Schnittstellen an der Weiterentwicklung der Plattform D-NRW, über die die Digitalisierung zwischen Ressorts und Kommunen in NRW koordiniert wird, beteiligt.

Bürokratieabbau mit dem Bauportal.NRW

So entwickelt das Land gemeinsam mit T-Systems MMS das Bauportal.NRW. Hierüber werden Informationen zum Ablauf von Baugenehmigungsverfahren, zu Zuständigkeiten, Begrifflichkeiten und Rechtsvorschriften sowie alle amtlichen Formulare, darunter Bauleitpläne der Städte und Gemeinden, bereitgestellt. Damit können Bauanträge auf elektronischem Weg an die zuständige Bauaufsichtsbehörde versendet werden, soweit sich die betroffenen Behörden dem Vorgehen anschließen.

In Zukunft können auch Baugenehmigungsverfahren digital über das Bauportal.NRW abgewickelt werden, zudem ist eine Kollaborationsplattform für die Kommunikation und den Austausch von Vorlagen, Stellungnahmen und Dokumenten zwischen Bauaufsichtsbehörden und Bauverantwortlichen in Planung. Davon profitieren alle – darunter Architekt*innen, Unternehmen und Bauingenieur*innen der obersten Bauaufsichtsbehörde.

Die Umsetzung von Bauportal.NRW erfolgt auf Basis von des Open Source Content Management Systems Drupal 9 über die stufenweise Einspeisung von Informationen. Auf dieser Basis werden die Prozesse rund um Bauantrags- und Baugenehmigungsverfahren einfacher und transparenter. Das Portal ist flexibel und kann kontinuierlich an sich ändernde rechtliche Rahmenbedingungen angepasst werden, sodass alle integrierten Verfahren auf dem neuesten Stand sind.

Heute schon sind externe Systeme wie das Landes-Content-Management-System nrwGOV und das Formular-Management-System cit intelliForm in Bauportal.NRW eingebunden. Das digitale Baugenehmigungsverfahren verbessert somit die Rahmenbedingungen für das Bauen für alle Beteiligten.

Serviceportal.NRW: Grundlage für weitere Vernetzung und digitalen Fortschritt

Das Serviceportal.NRW ist eine von allen Ressorts nutzbare technische Basis, auf der Dienste platziert werden können. T-Systems MMS erhielt in dem Zusammenhang den Auftrag, eine passende Referenzarchitektur zu entwickeln, die den hohen Anforderungen an die IT-Sicherheit gerecht wird sowie ausreichend und skalierbar ist.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Serviceportal.NRW nun den nächsten Schritt zum digitalen Bürgeramt gegangen sind. Das schafft nicht nur erhebliche Erleichterungen für unsere Bürgerinnen und Bürger, sondern vereinfacht auch den Workflow innerhalb der Landes-Verwaltung erheblich. T-Systems MMS war uns dabei ein äußerst kompetenter und verlässlicher Partner bei der Konzeption und Umsetzung.

Christian Neumann, d-NRW Anstalt öffentlichen Rechts

Für die optimale Lösung wurden Ministerien und verbundene Beratungs- sowie IT-Dienstleister konsequent in die Konzeption und Entwicklung des Serviceportals einbezogen. Im Ergebnis verfügt dieses – wie auch das Bauportal – über ein Open-Source-Content Management System auf der Basis von Drupal, womit ein modularer Aufbau sichergestellt ist und Anpassungen nutzerspezifisch vorgenommen werden können.

Da die Plattform individuell konfigurierbar ist, lassen sich die Bedienoberflächen einfach anpassen. Auch können Zusatz-Dienste wie Chatbot oder Videoberatung problemlos integriert werden. Ein Datensicherheits- und Backup-Konzept stellt ebenso wie ein Archivierungs- und Löschungskonzept den datenschutzkonformen Umgang mit personenbezogenen Daten sicher, außerdem steht Nutzenden eine Suchfunktion inklusive Filteroptionen zur Verfügung.

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Das Ende von lästigen Behördengänge und Medienbrüchen

Besonders wichtig ist, dass kommunale und länderübergreifende Plattformen sowie Verwaltungssuchmaschinen, Servicekonten und das elektronische Zahlverfahren ePayBL über verschiedene Schnittstellen angeschlossen werden können. Zudem ist das Portal an das nordrhein-westfälische Servicekonto.NRW angebunden.

Die Anmeldung darüber ersetzt die Unterschrift auf Papier und ermöglicht eine vollständig digitale Antragstellung in den zuständigen Verwaltungen. Somit werden nicht nur behörden- und sektorenübergreifendes Arbeiten, sondern auch ein erheblich reduzierter Anfahrts-, Warte- und Bearbeitungsaufwand sichergestellt. Das senkt Papierverbrauch und Prozesskosten, gleichzeitig steigt die Effizienz der Serviceleistungen. Die Umsetzung digitaler und flexibel ausbaufähiger Dienstleistungsportale in NRW spart also Kosten, Zeit und Ressourcen und hebt gleichzeitig die Zufriedenheit von Bürger*innen und Verwaltungsmitarbeiter*innen.

Die Verwaltungsdigitalisierung ist komplex und sollte nicht zuletzt aufgrund sich ändernder Rechtsvorschriften schrittweise und flexibel erfolgen. Dadurch, dass sowohl für das Bau- als auch das Serviceportal ein Drupal-basiertes Open Source Content Management System als Grundlage dient, wird die Integration neuer Informationen, Vorgaben und Funktionen sowie die Anbindung an externe Systeme unkompliziert ermöglicht. In Nordrhein-Westfalen ist behördenübergreifendes Arbeiten, das schließlich für ganz Deutschland angestrebt wird, also schon länger Realität – ohne, dass Ausbau und Optimierung digitaler Dienste für das Land damit abgeschlossen sind.

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Michael Steusloff-Beyer, Head of open Standard Government Portals | T-Systems MMS

Michael Steusloff-Beyer ist seit 2018 Head of open Standard Government Portals bei T-Systems MMS. Zwischen 2014 und 2017 baute der Diplom-Wirtschaftsinformatiker (BA) das Softwareentwicklerteam Chiang Mai auf und war Gastdozent der Chiang Mai University. In den Jahren 2004 bis 2014 war Michael Steusloff-Beyer an verschiedenen Stationen im Consulting und Projektmanagement tätig.


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